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1911 beschloss Pompeo Mariani, ein großes
Atelier bauen zu lassen, das später den Namen
“Specola” erhielt, vom befreundeten
Architekten Rodolfo Winter und verfolgte täglich
die Bauarbeiten.
Aus diesem Grund kamen in die Villa Mariani zahlreiche
Photos, die die Ateliers der berühmtesten
Maler der Zeit abbildeten, sowohl von befreundeten
als auch von unbekannten, und Anregungen der Architekten
Brogli und Savoldi. Der Künstler wollte ein
Atelier von großen Ausmaßen, um nicht
nur dort zu malen, sondern um dort auch seine
zahlreichen Kunstsammlungen (Teppiche, Fayencen,
antike Bekleidung, Waffen, etc.) unterzubringen.
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Die
Konstruktionstechnik basierte auf avantgardistischen
Kriterien der Epoche. Es wurden tiefe Fundamente
in den Fels geschlagen mit Metallstrukturen, damit
das Gewicht der oberen Stockwerke besser abgestützt
würde. In dem unteren Teil fanden weitläufige
Keller und Räume Platz, die als Werkstatt
genutzt werden sollten, und die, obwohl sie sich
im unteren Teil befanden, einen phantastischen
Blick auf das Meer und viel Licht besaßen.
Im Erdgeschoss befand sich das große Atelier
von circa 250 Quadratmetern mit einem Fußboden
aus Edelholz, großen seitlichen Glasfenstern
und einem großen Oberlicht in dem oberen
Teil. Das Licht wurde durch Vorhänge gefiltert
und im Schlussteil wurde eine Art Apsis geschaffen,
in der sich ein großer französischer
Kamin aus dem 18. Jahrhundert aus Sandstein befand. |
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Der
Teil oberhalb des Kamins besaß auch eine große
Fensterfront, um auch Licht in diesen Teil des Ateliers
fließen zu lassen. Eine große Zwischendecke
wurde über dem Eingang eingezogen, um dort
eventuelle Gäste zu beherbergen, die die Werke
des Künstlers bewundern wollten, wie z. B.
ab 1913 die Königin Margherita von Savoyen
(1851-1926), die Rotschilds, die Bernasconis, der
Schauspieler Max Linder, Edmondo De Amicis, Ugo
Ometti, Edoardo Ximenes und Emilio Treves, befreundete
Maler (Piana, Previati, Kleudgen, etc). In dem kleinen
Eingangssalon auf der rechten Seite befand sich
eine Bücherwand von Eugenio Quarti, hingegen
auf der gegenüberliegenden Seite stand ein
großer Mahagonitisch aus dem Kartenraum eines
englischen Segelschiffs aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. |
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Die
interne Struktur wurde durch eine schöne
Glasfront abgeschlossen, die den Eingang vom
eigentlichen Atelier abteilt, in dem sich schöne
Lampen von Giovanni Lomazzi befanden. Alle Innenaccessoires
wurden vom Maler persönlich ausgewählt,
der sich selbst um sechs wunderschöne gusseiserne
Heizkörper mit Blumemuster und einen Heizkessel
aus Deutschland kümmerte.Außen, oberhalb
der Eingangstür wurde ein wunderschönes
schmiedeisernes Gitter gesetzt, Werk von Mazzucotelli,
später ein Fiale des Mailänder Doms
auf der linken Seite, rechts schöne Laternen
und wieder auf der linken Seite eine Krippe
aus Terrakotta.Ab 1919 kamen in das Atelier
in Bordighera ein großer Teil der Einrichtungen
der beiden Ateliers in Mailand, so dass eine
Aufstockung notwendig wurde.Die Specola wurde
somit zum einzigen künstlerischen Bezugspunkt
des Malers und passte sich an die großen
Ateliers der europäischen Künstler
der Zeit an. Es wurde Atelier, Treffpunkt für
Freunde, Ort, an dem sich die Sammlungen befanden
und manchmal fanden hier kleine Einzelausstellungen
statt. Leider wurde 1925 gegenüber der
Südseite der Specola ein großes Gebäude
errichtet, um französische Nonnen zu beherbergen.
Mariani versuchte vergeblich, sich dem zu widersetzen
und so wurde dieses Ereignis vielleicht sogar
ein Mitgrund für seinen Fortgang. Es sollte
unterstrichen werden, dass die Specola eines
der bedeutendsten lokalen Werke des Anfangs
des 20. Jahrhunderts darstellt und aus diesem
Grund sollte auch eine Aufwertung der Werke
von Rodolfo Winter in der nationalen Architektur
vorgenommen wurden.Weiterhin ist es sehr interessant
festzustellen, wie der Künstler das Atelier
konzipierte und wie er die Firmen gefunden hatte,
die ihm die Malmaterialien lieferten.Tatsächlich
fand man Kataloge und Bestellscheine von zahlreichen
Lieferfirmen, wie z. B. Calcaterra in Mailand,
Lorilleux in Paris, Roweny and Sons in London,
Lefranc & C in Paris, die Firma Michele
Huber in München, Luigi Veneziani in Mailand,
J.g. Mùller in Stuttgart etc.Ende 1920
fanden im Atelier 19 Staffeleien verschiedener
Größe Platz, eine wunderschöne
zusammenschiebbare Skala für Gemälde
großen Ausmaßes, 3 große Seilwinde,
um diese Werke hochzuheben, eine unzählbare
Anzahl an Zubehör, um die Pinsel zu reinigen,
eine riesige Druckerpresse für die Gravuren
und Monotypen, alte Möbel unterschiedlichsten
Gebrauchs, japanische und chinesische Drucke,
hochwertige Stoffe, um den Hintergrund für
Modelle zu bilden, eine wertvolle Sammlung von
Kleidung des 17. und 18. Jahrhunderts, eine
Waffensammlung, Gegenstände aus dem Atelier
von Mosè Bianchi, Photos aus den Ateliers
seiner Malerfreunde: Muzzioli, Tito Conti, Ferragutti
Visconti Aleardo Villa etc, Originalkisten von
den Biennalen in Venedig 1907 und 1914, mit
denen er seine Werke verschickt hatte, die Bronzebüste
von Christoph Columbus, die die Stadt Genua
ihm 1892 anlässlich der Auszeichnung mit
der Silbermedaille während der Kolumbusfeierlichkeiten
überreichte und viele, viele andere Objekte.Doch
kommen wir nun zu unseren Tagen. Der Verfasser
sieht zum ersten Mal das Atelier, siebzig Jahre
nach dem Tod des Künstlers, vollkommen
leer. Wo sind die Materialien abgeblieben, aus
denen es sich zusammensetzte? Nach einer langen
und sorgfältigen Recherche, dank Photographien
aus der Zeit, von denen sich die meisten überall
verteilt wiederfanden, wie z. B. im Keller und
in den unvorstellbarsten Ecken des Hauses. Nach
einer zweijährigen Restaurierung, die sowohl
außen als auch innen vorgenommen und bei
der kein Detail außer Acht gelassen wurde,
mit der Unterstützung des Amts für
Denkmalpflege Liguriens und dem Architekturbüro
“Architetti Alburno” in Bordighera
erhielt die Specola ihren alten Glanz zurück.Der
Überfluss an Materialien hat die Wahl der
wiederaufzustellenden Objekte schwierig gemacht.
1960 ließ der Notar Pompeo Lo mazzi, Erbe
des Künstlers, ein nicht sehr realitätsgetreues
Gebäude errichten. Das Atelier sah fast
wie ein großer Salon mit wunderschönen
Bildern aus. Die heutige Nachbildung hat die
alten Photos als Grundlage, ist realistischer
und geschichtstreuer. Wir sind jedoch für
jede Anregung dankbar, um die Nachbildung endgültig
abzuschließen.
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